Die Geschichte des Unicum – und die der Familie Zwack

Von | Kräuter | Keine Kommentare

„Das ist ein Unicum“ – dieser kurze, aber prägnante Ausspruch von Joseph II, Kaiser von Österreich und König der Ungarn, um das Jahr 1790 markiert den Beginn einer in jeder Beziehung außergewöhnlichen Spirituosen- und Marken-Karriere. Unicum ist ein nach einem uralten Geheimrezept hergestellter bitterer Kräuterliqueur aus dem Hause Zwack in Budapest. Eine einzigartige Spezialität, die auch in Deutschland immer mehr Freunde findet.

Was Kenner in vielen Ländern hauptsächlich als wohltuenden Digestif schätzen, ist in Ungarn schon lange Nationalgetränk – mit kaiserlich-königlicher Vergangenheit und bewegter Historie. Kein geringerer nämlich als der Leibarzt am österreichisch-ungarischen Hofe, Joseph Zwack, war es, der auf Wunsch seiner Majestät einen bitteren Kräuterliqueur komponiert hatte als Medizin gegen eine Krankheit.

Die wohltuende Wirkung dieses Elixiers blieb allerdings nur wenige Jahre dem Hofe und dem König vorbehalten, denn bald hatten sich die Wirkung und der außergewöhnliche Geschmack herumgesprochen. Der Anfang für eine einzigartige Geschichte war gemacht, oder – um mit Joseph II. zu sprechen – ein „Unicum“ hatte das Licht der Spirituosen-Welt erblickt.

Treffender hätte der ungarische König bei der ersten Verkostung die Alleinstellung dieses für ihn komponierten Kräuterliqueurs kaum beschreiben können.

Was lag näher, als aus dieser majestätischen Eingebung auch einen Marken-Namen zu machen und damit den Grundstock zu legen für eine Erfolgsstory, die nun schon über 200 Jahre währt und begleitet ist von einer wechselvollen Geschichte mit markanten Daten.

Zum Beispiel das Jahr 1840. Als Lajos und Joseph Zwack in Budapest die J. Zwack & Cie. gründeten. 1895 erhält das junge Unternehmen als erste und einzige Firma in Ungarn das Privileg, sich kaiserlich-königlicher Hoflieferant nennen zu dürfen. 1948 wird die Familie Zwack von den Kommunisten enteignet und flüchtet in die USA.

1958 kehrt die Familie Zwack nach Europa zurück und beginnt vorerst in Italien mit der Produktion von „Unicum“.

1988 schließlich kann die Familie mit Peter Zwack an der Spitze als Firmeninhaber in der fünften Generation nach Ungarn zurückkehren und mit Hilfe der Familie Underberg die Fabrik zurückkaufen. Ein Jahr später wird die Zwack Unicum Budapest kft (= GmbH) gegründet – der Produktion von Unicum an der Originalstätte Budapest steht nichts mehr im Wege. Zwack „Unicum“ ist „heimgekehrt“, um sogleich wieder den Weg in alle Welt zu nehmen als hochgeschätzte Exportspirituose. Der Erfolg lässt nicht auf sich warten.

Die Geschichte der internationalen Kräuterliqueur-Marke – von der königlichen Hofmedizin bis heute – kann also in jeder Beziehung als einzigartig bezeichnet werden. Angefangen von der Kreation des Namens, seinem Erscheinungsbild in der formvollendeten, kugelrunden Flasche mit dem markanten Stephans-Kreuz als Signet bis hin zu seinem von Geheimnissen umgebenen Geschmack – ausgewogen in Bouquet, anfangs leicht süßlich bis fein herbbitter im Abgang.

Oft ist schon versucht worden, hinter das Geheimnis dieser unverwechselbaren Geschmacksharmonie zu kommen – es blieb bei den Versuchen.

Die Familie Zwack hat das Geheimrezept ihrer Vorfahren bis heute bewahrt und hütet es auch weiterhin sorgfältig. Wie diese sich letztlich zusammensetzt, ist derzeit ausschließlich der Familie Zwack bekannt. Sie sind es, die Jahr für Jahr die mehr als 40 verschiedenen und sorgfältig handverlesenen Kräuter aus allen Erdteilen zu einer einzigartigen Mischung zusammenstellen, die die Basis für die weitere Verarbeitung bilden. Nach fast 20 Jahren im Amt übergab Peter Zwack im Juni 2008 die Führung des Unternehmens an seinen Sohn, Sandor Zwack. Dieser wurde zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt, wobei seine Schwester, Izabella Zwack, ebenfalls als Mitglied des Aufsichtsrates in die Geschäfte der Familie einstieg. Auch Anne Zwack, langjährige Ehefrau von Peter Zwack, ist nach wie vor im Unternehmen tätig. Peter Zwack verstarb im August 2012 nach einem erfüllten Leben für die Familie und das Unternehmen im Alter von 85 Jahren.

Zeitstrahl

1790
Kaiser Josef II., römisch-deutscher Kaiser und König von Ungarn, ist es, dem der kaiserliche Hof- und Leibarzt Dr. Zwack im Jahr 1790 zum ersten Mal einen Schluck von seinem Kräuter-Heiltrank anbot.
Der Legende nach soll der Kaiser daraufhin ausgerufen haben: “Dr. Zwack, das ist ein Unikum!”, wodurch der Name dieses einzigartigen Kräuterlikörs entstand.

1840
Jozsef Zwack, ein Nachfahre des Hofarztes, erbaute die erste Unicum Fabrik und gründete die Firma Zwack.
Jozsef Zwack ist bis heute eine legendäre Persönlichkeit auf dem Gebiet der Herstellung von Spirituosen in Ungarn. Er führte das Unternehmen noch weit über sein neunzigstes Lebensjahr hinaus. Seine Rezepte, die nur natürliche Zutaten für die Herstellung von Likören und Spirituosen enthalten, werden bis heute verwendet.

1883
Am 22. Mai 1883 wurde der Kräuterlikör Unicum offiziell unter der Nummer 805-071 registriert und patentiert. Unicum wurde schon zu dieser Zeit in der runden Flasche mit einem roten Kreuz als Markenzeichen verkauft.
Ab 1899 musste die Firma Zwack jedes Jahr eine großzügige Spende an den Rentenfonds des Roten Kreuzes zahlen, damit das Rote Kreuz im Gegenzug der Firma weiterhin erlaubt, das rote Kreuz auf dem Etikett zu verwenden. 1922 wurde der Farbcode geändert. Seitdem wird ein goldenes Kreuz auf rotem Hintergrund verwendet.

1892
Im Jahr 1892 erwies sich die bisherige Produktionsstätte abermals als zu klein und die Firma errichtete ihre neue Destillerie in der Soroksári Straße im IX. Bezirk von Budapest.
Hier ist bis heute der Firmensitz der Firma Zwack, hier wird bis heute Unicum hergestellt. Das Gebäude ist in seiner ursprünglichen Form fast unverändert erhalten. 2004 wurde der Gebäudekomplex vollständig renoviert, seitdem gibt es ein Museum auf dem Firmengelände.

1895
K.u.K. Hoflieferant – Ernennung zum Hoflieferanten des Kaisers von Österreich-Ungarn. Dem Unternehmen wurde von Kaiser Franz Josef der begehrte Titel eines K.u.K. Hoflieferanten verliehen.
Bereits in jenen frühen Jahren war die Firma Zwack eine der führenden Destillerien in Mitteleuropa und exportierte Spirituosen in die ganze Welt. Zwack-Getränke waren schon damals international bekannt und erhielten zahlreiche Auszeichnungen und Medaillen.

1909
Das erfolgreichste Zwack Werbeplakat aller Zeiten – Der „Wassermann“ von Viktor Pachl. Es steht als allgemein bekanntes Werbe-Sinnbild für Unicum.
Im Laufe der Jahrzehnte entstand um dieses Plakat ein regelrechter Kult in Ungarn. Vor 1989 stand es oft für die gute alte Zeit vor dem Kommunismus. Danach wurde es häufig in Satiren und Karikaturen verwendet. Schon einige ungarische Politiker wurden in Anlehnung an den Unicum-Wassermann als ertrinkend oder schiffbrüchig dargestellt.

1922
Das Unicum-Kreuz, welches bislang ROT war wechselt die Farbe zu GOLD.

1926
Im Jahr 1926 traten die beiden Söhne von Lajos Zwack, Béla und János Zwack, in die Firma ein. Béla beschäftigte sich vor allem mit der Produktion und der Produktentwicklung, János war für die „Reklame“, den Verkauf und den Export zuständig.
Kaum zu glauben, aber die Brüder waren oft nicht gut aufeinander zu sprechen. Sie waren in fast allen Belangen stets unterschiedlicher Meinung, selbst in Bezug auf ihre Lieblings-Fußballmannschaften, aber dennoch waren beide stets auf das Wohl der Firma bedacht und trugen maßgeblich zum florierenden Geschäft in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen bei.

1930
In den 30er Jahren erreichte die Weltwirtschaftskrise auch die Firma Zwack. Der Markt für Luxusprodukte brach ein, die Prohibition in den USA reduzierte das Exportgeschäft. Um die bestehenden Produktionsflächen zu nutzen, versuchte sich das Unternehmen in der Herstellung von Leuchtreklamen.
Fotos von den alten Zeta Glühlampen der Firma Zwack und Unicum Neon-Leuchtwerbung in Budapest sind bis heute erhalten und im Museum zu besichtigen.

1944
Der Zweite Weltkrieg hatte verheerende Folgen für Ungarn und die Zwack Destillerie. Budapest wurde stark bombardiert, die Anlagen der Firma komplett zerstört. Im Jahr 1945 nahm die Familie in zwei Räumen inmitten der Trümmer wieder die Arbeit auf. Man begann sofort mit dem Wiederaufbau. 1948 war der Vorkriegszustand wieder erreicht. Im gleichen Jahr wurde das Unternehmen ohne Vorankündigung und ohne jegliche Entschädigung konfisziert und verstaatlicht.
Nach der Machtübernahme durch die kommunistische Partei Ende der vierziger Jahre brachen gefährlichen Zeiten für die industrielle Elite Ungarns an. János Zwack schmuggelte seinen Sohn Peter in einem Zug in die Nähe der jugoslawischen Grenze. Der junge Peter Zwack erreichte das freie Italien. János kam mit nichts als dem Unicum-Rezept nach Italien. Anschließend emigrierten sie gemeinsam in die Vereinigten Staaten. Béla und seine Frau Dodo entschieden sich, in Ungarn zu bleiben, und wurden als Klassenfeinde in ein Lager aufs Land umgesiedelt. Als sie später endlich die Erlaubnis erhielten, das Land zu verlassen, kamen auch sie nach Italien und begannen zusammen mit János Unicum in Italien zu produzieren.

1958
Von den USA aus musste die Familie mit ansehen, wie das verstaatlichte Unternehmen weiterhin Kräuterlikör nach einem falschen Rezept unter dem Namen Zwack Unicum produzierte und auch in den Westen exportierte. János reichte eine Klage vor dem internationalen Gerichtshof gegen die Importeure und gegen den kommunistischen ungarischen Staat ein. Janos gewann diesen Prozess: dem staatlichen Unternehmen in Budapest war es nicht mehr erlaubt, die Markennamen Unicum und Zwack im Westen zu verwenden.
Leider konnte János Zwack den Sieg in diesem Rechtsstreit nicht mehr erleben, denn er und Béla Zwack starben im Abstand von zwei Wochen im Jahre 1958.

1960
Peter Zwack lebte zunächst in Chicago und New York mit seiner ersten Frau Iris und ihren gemeinsamen fünf Kindern: Peter, Gioia, Alexa, Iris und János.
Er war fest entschlossen, den Namen Zwack in den USA am Leben zu erhalten, und unterzeichnete einen Vertrag mit der Firma Jim Beam zur Produktion von Zwack-Gin, Zwack-Wodka und Zwack-Sliwowitz.

1970
Nach erfolgreichen Jahren im US-Weingeschäft als Importeur europäischer Weine kehrt Peter Zwack nach Europa zurück, um die Produktion und Vermarktung von Zwack Unicum in Italien voranzutreiben.
Mit seiner zweiten Ehefrau, der Engländerin Anne Marshall, widmet sich Peter Zwack nun ganz der Produktion und dem Vertrieb von Unicum. In Kooperation mit einem großen Spirituosenunternehmen in Genua wird Unicum in Italien produziert und von hier aus weltweit vermarktet.

1988
Peter Zwack kehrt als erster ehemaliger ungarischer Industrieller aus der Zeit vor dem Kommunismus nach Ungarn zurück und gründet zusammen mit seinem Partner Emil Underberg die Peter Zwack & Consorten AG. Die Peter Zwack & Consorten AG geht ein Joint Venture mit dem noch staatlichen Budapester Likörunternehmen BULIV ein.
Ein Abenteuer für die ganze Familie: seine Frau und die beiden Kinder Sándor und Isabella ziehen mit Peter Zwack in das noch kommunistische Ungarn. Ein berühmtes Zitat von Peter aus dieser Zeit ist: “Ich war einer der Letzten, die gingen, und heute bin ich einer der Ersten, die zurückkehren”.

1992/93
1992 wird die Zwack Unicum AG gegründet, die Peter Zwack & Consorten AG wird Hauptanteilseignerin. Damit gelang unter großen Schwierigkeiten und mit großem persönlichen Engagement den Unternehmern Emil Underberg und Peter Zwack der Rückkauf des gesamten Unternehmens vom Staat. 1993 wurde die Zwack Unicum AG an der Budapester Börse notiert.
Neue Anteilseigner: Im Jahr 1993 wurden 26 % der Aktien der Gesellschaft von der International Distillers & Vintners Ltd. erworben, welche später mit UDG zur heutigen Diageo fusionierte.

2004
Im Jahr 2004 wurde unter maßgeblicher Beteiligung von Sándor und Isabella Unicum Next als Getränk der nächsten Generation entwickelt. Dieser fruchtig-leichte Kräuterlikör wird unter dem Namen Zwack Likör exportiert.
Was ist das Geheimnis von Unicum Next oder Zwack Likör? Unicum Next wird auf genau die gleiche Weise wie das Original Unicum hergestellt, dabei werden allerdings weniger bittere Kräuter beigemischt und mehr Kräuter und Gewürze verwendet, die einen leichten Zitruscharakter haben. Dadurch wirkt Unicum Next leichter und fruchtiger.

2008
Im Jahr 2008 übergibt Peter Zwack nach 20 Jahren als Vorstandsvorsitzender seinen Platz an seinen Sohn Sándor. Seine Tochter Isabella erhält ebenfalls einen Sitz im Firmenvorstand. Dadurch bleibt die Firma Zwack bis heute ein familiengeführtes Unternehmen, nunmehr in der sechsten Generation.
Aber Peter Zwack ging niemals wirklich in den Ruhestand: Er spielte auch noch als Ehrenvorsitzender eine aktive Rolle im Leben der Gesellschaft bis zu seinem Tod im Jahr 2012.

2009
Auch nach 200 Jahren hat die Traditionsmarke Unicum nichts von ihrer Dynamik verloren. Das Design und die Werbestrategie von Unicum und Unicum Next werden 2009 geändert. Dabei werden natürlich die traditionellen Elemente auch weiterhin beibehalten.

2012
Zwack blieb stets ein dynamisches Unternehmen in ständiger Erneuerung, auf der Grundlage seiner Tradition und professioneller Destilleriekunst. Es mag von daher vielleicht gar nicht überraschen, dass „Think Positive!“, d. h. „Denke positiv!“, der Slogan der Marke und Gesellschaft ist, denn genau dies war und ist die treibende Kraft hinter dem Erfolg des Unternehmens.
Die Firma Zwack entwickelt einen neuen Likör: Unicum Zwetschke. Hergestellt nach exakt dem gleichen Prinzip wie der klassische Unicum ist Unicum Zwetschke der erste Kräuterlikör, der auf gedörrten Zwetschken in Eichenholzfässern gereift wird.

Benjamin Hash / Bartender im The Horse Inn – Lancaster über Underberg

Von | Kräuter | Keine Kommentare

Benjamin Hash ist Bartender im The Horse Inn, Lancaster (http://horseinnlancaster.com) und seit Jahren in der amerikanischen Barkeeperszene aktiv. Er hat an renommierten Wettbewerben teilgenommen, und war in Philadelphia in der Competition „Most Imaginative Bartender“ vertreten, außerdem Heaven Hill Bartender of the Year, National Finalist Bols around the world 2016 und Opihr Gin World Adventurer 2017.

Wir hatten Gelegenheit Ben Hash vom Horse Inn zu Underberg zu befragen. Hier die deutsche Übersetzung:

Bar-Kameraden und Reisen

„Ich bin seit 13 Jahren Barkeeper und freue mich jeden Tag dieser Profession nachzugehen. Für mich ist Underberg ein einzigartiges Instrument in der Subkultur von Barkeepern, Mixologen und Cocktail-Enthusiasten in den USA.

Ich nehme Underberg mit, wenn ich zu Cocktail-Wettbewerben oder Veranstaltungen in der Barbranche reise. Nichts fördert die Kameradschaft so sehr wie das Sitzen an einem Tisch mit trübäugigen Barkeepern, die sich von einer Destillerie-Tour erholen und eine Runde kalter Underbergs verteilen. Ich hatte das Vergnügen, Underberg im Hochland von Jalisco, im Bourbon County, auf der London Bridge, in der Bourbon Street und auf dem Time Square zu genießen, um nur einige aufregende Orte zu nennen.

Mystisch und vielseitig

Underberg ist wie ein vertrauter Händedruck im Bund der Barkeeper meines Umfeldes. Es ist schwer zu sagen, wann ich das erste Mal einen hatte, vielleicht vor zehn Jahren. Seitdem habe ich gelernt, dass man die kleine Flasche mit den intensiven Kräutern in vielerlei Hinsicht genießen kann. Eiskalt wird oft bei uns bevorzugt, ist aber nicht notwendig. In Eis eingefroren, direkt vor dem Einsteigen in ein Flugzeug (mein Favorit!) oder vor der nächtlichen Schicht an der Bar. Underberg kann auch als Cocktailzutat verwendet werden, wie ich beim Aufbau unseres Barmenüs feststellen konnte.“

Nachfolgend ein paar seiner Rezept-Favoriten zum Nachmixen…

Die Rezepturen werden nachfolgend im Original wiedergegeben. Die US-Amerikanische Flüssigunze entspricht übrigens 29,574 Milliliter (ml).

 

Rheinberg Sour:

– 2 Fläschchen Underberg
– 0.75 oz Lairds Applejack (alternativ Chateau du Breuil Calvados oder Rémy 1738)
– 0.5 oz lemon juice (Zitronensaft)
– 0.5 oz grapefruit juice (Grapefruitsaft)
– 1 oz honey simple syrup (Honigsirup, oder alternativ Riemerschmid Bar-Sirup Rohrzucker)
– Egg white (Eiweiss)

Dry shake all ingredients then add ice and shake again. Double strain into large coupe and garnish with grate nutmeg.
(Dry Shake, danach nochmals mit Eis shaken. Double strain in eine große Coupette und mit geriebener Muskatnuss garnieren.)

Demerara-Sirup wird ähnlich wie einfacher Sirup hergestellt, jedoch mit Zucker als Rohprodukt. Es hat einen tieferen, fast melasseartigen Geschmack, der die Tiefe der Underberg-Aromen ergänzt.

 

The Lancastrian:

– 1 Fläschchen Underberg
– 1.5 oz Rye Whiskey (wir empfehlen Colonel E.H. Taylor Jr Staight Rye)
– 0.75 oz Carpano Antica Vermouth
– 0.25 oz demerara syrup (Demerara*-Sirup, alternativ auch Rohrzucker-Sirup)

Stir all ingredients, strain into chilled coupe. Express orange peel over cocktail, and garnish with orange twist.
(Alle Zutaten verrühren, in eine gekühlte Coupé-Schale abseihen. Orangenschale über dem Cocktail ausdrücken und mit Orangenschale garnieren.)

Um Honig-Sirup herzustellen lösen Sie eine 1/4 Tasse Honig in 3 Teilen warmen Wasser auf.

Neuerscheinung – Black Art 6.1 / 1990

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„Mit dem Whisky, der für den Black Art 06.1 verwendet wurde, arbeite ich bereits seit meiner ersten Woche im Warehouse. Unter Jims Führung und Anleitung lagerten wir einen Teil davon in neue Fässer um. Damit schickten wir ihn auf eine neue und aufregende Reifungsreise. Mir sind alle Einzelheiten seines Werdegangs bestens bekannt, da ich in den letzten Jahren das Privileg hatte zu entscheiden, wann und wohin er umgelagert werden sollte. Daher habe ich das Gefühl, dass unsere Wege parallel verliefen. Wir beide lernten in den Warehouses hinzu und entwickelten uns weiter, bis mir schließlich die Ehre zukam, die Fässer auszuwählen, mit denen dieser Black Art kreiert wurde. Das ist die Art des Whisky-Komponierens, wie ich sie liebe: Es gibt keine festen Regeln, man folgt seinem Instinkt.“ (Adam Hannett, Head Distiller)

Black Art steht für eine ganz außergewöhnliche Cuvée. Die wenigen Fässer stammen aus allen Ecken der Warehouses und können nur von einem solch erfahrenen Head Distiller wie Adam Hannett identifiziert und auf kunstvolle Weise zu einem Black Art vermählt werden. Jahrelang standen mehrere Fässer unter besonderer Beobachtung. Die endgültige Rezeptur bleibt eines der meistgehüteten Geheimnisse der Brennerei. Die jüngste Ausgabe dieser legendären und geheimnisvollen Whisky-Serie, deren Reifungs-Historie einzig Adam Hannett kennt.

Auf einen Blick

  • Ungetorfter Islay Single Malt Scotch Whisky
  • Jahrgang 1990 – 26 Jahre alt
  • Weltweit limitiert auf 18.000 Flaschen, einzeln nummeriert
  • Fasstypen: k.A. (Adam’s Geheimnis)
  • 46,9% vol. für fassstarke Aromenvielfalt
  • Auf Islay destilliert, gereift und abgefüllt
  • Extrem langsame Destillation
  • Verzicht auf Kältefiltration und ohne Zusatz von Farbstoffen
  • UVP € 324,99

Southern Comfort Challenge 2018 mit Modethema

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Nils Lutterbach siegt mit maßgeschneiderten Drinks

Was haben Mode und Drink-Kultur gemeinsam? Nun, auch ein von Hand gemixter Drink ist jedes Mal eine Maßanfertigung. In der Modewelt wird zwischen Haute Couture und Prêt-à-Porter unterschieden – also zwischen Klasse und Masse. Beides sollte auch ein guter Bartender beherrschen. Dass er schick und lässig kann, zeigte Nils Lutterbach aus der LieblingsBar Hannover beim Finale der zweiten Southern Comfort Challenge auf der Dachterrasse des Savoy Hotels in Köln.

Zehn deutsche Barkeeper traten gegeneinander an, um jeweils zwei Drinks zu präsentieren: einen anspruchsvollen „Haute Couture“-Cocktail sowie einen unkomplizierten „Prêt-à-Porter“-Highball. Nils Lutterbach, Barkeeper der LieblingsBar Hannover, interpretierte die Aufgabe mit seinen maßgeschneiderten Kreationen „Louis‘ Song“ und „Comfort Zones“ am stilvollsten und konnte sich über 1.000 Euro Siegprämie freuen. Platz zwei (dotiert mit 750 Euro) belegte eine strahlende Phoebe Maier-Park aus der Kopper Bar München. Toni Steiger, Mitte Chemnitz, machte einen guten dritten Platz und nahm 500 Euro mit. Der Wettbewerb fand zum ersten Mal in Kooperation mit dem Fizzz-Magazin statt.

Zu den Top 10 Bartender/innen im Finale gehörten außerdem Nils Halfpap (Lux, Münster), Jennifer Hoerstel (Skylounge, me and all Hotel, Düsseldorf), Felix Koplin (Friesen Barkultur, Köln), Marlon Kutschke und Micha Fritzen (beide Twist Bar, Dresden), Raffael Gietl (Blue Spa, Bayrischer Hof, München) und Vitomir Sluga (El Circo Bar, Hotel E Andaluz, Europa Park).

Der „Haute Couture“-Cocktail sollte mindestens 4cl Southern Comfort und maximal vier weitere Zutaten enthalten – sonst waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Bei der „Prêt-à-Porter“-Aufgabe lag der Fokus auf einem leicht reproduzierbaren, kalkulationsfreundlichen Highball-Twist, der mindestens 2cl Southern Comfort und maximal zwei handelsübliche Zutaten plus Filler enthält. Alle Teilnehmer hatten sich ordentlich ins Zeug gelegt, fühlten sich von Mode-Ikonen wie Coco Chanel inspiriert und dekorierten ihre Gläser aufwendig mit Goldstaub, Perlenketten oder Armbändern.

Nils Lutterbach schlug gleich mit dem ersten Satz einen gelungenen Bogen zwischen Couture und Cocktail: „Was Paris für die Mode ist, ist New Orleans für Southern Comfort“, und entführte die Jury sodann gedanklich in die Welt des Jazz.

Seine souveräne Präsentation von „Louis‘ Song“ sowie die Kreation aus Bourbon, Southern Comfort, Rotwein-Reduktion und Espuma überzeugte die Fachjury, bestehend aus Barbara Becker (Chefredaktion Fizzz), Martin Brunner (Barchef Savoy) und Cihan Anadologlu (Circle Bar in München). Auch in der zweiten Runde konnte Lutterbach mit seinem Longdrink „Comfort Zones“ punkten.

„Es ging uns darum zu zeigen, dass Southern Comfort in beiden Ligen spielen kann: elegant und bodenständig“, erklärt Marketing Direktor Tim Nentwig das diesjährige Konzept. „Dies hat Nils perfekt umgesetzt. Beim „Haute Couture“-Thema war bei manchen Teilnehmern noch Luft nach oben. Karl Lagerfeld skizziert seine Entwürfe sicher auch erstmal ohne jedes Limit. Da uns das Konzept und die Resultate so gut gefallen haben, werden wir es im nächsten Jahr weiterführen – mit noch mehr Kreativität und „No Limits“.

Ein Highlight für alle Teilnehmer war ein Workshop mit Cihan Anadologlu zum Thema „Barmanagement & Trends“. Der Circle Bar-Besitzer gewährte interessante Einblicke in sein Konzept, bei dem er eine völlig neue Art der Barkultur praktiziert. Der international anerkannte Bartender, Consultant und Autor eröffnete bereits verschiedene Bars im Ausland. Sein Wissen und seine Erfahrung hat er sich bei Aufenthalten in Metropolen wie New York, Hong Kong und London angeeignet.

1. Platz: Nils Lutterbach (LieblingsBar, Hannover)

Cocktail: „Louis‘ Song“
– 4cl Southern Comfort
– 2cl Eagle Rare Bourbon
– 1,5cl Rotwein-Reduktion
– 3 Dashes Tabak Bitters
– warmes Rotwein Espuma (ca. 30° C)

Highball: „Comfort Zones“
– 3cl Southern Comfort
– 1 Barlöffel Bitterorangen Marmelade
– 1cl frischer Zitronensaft
– Rosé Sekt

2. Platz: Phoebe Maier-Park (Kopper Bar, München)

 Cocktail: „The Thirsty Traveller“
– 4cl Southern Comfort
– 2cl Rémy Martin Cognac Cherry Bounce
– 1,5cl Cola-Reduktion
– 2 Barlöffel Tamarindenpaste
– 1 Eigelb

Highball: „Two Per“
– 4cl Southern Comfort
– 2cl frischer Limettensaft
– 1cl Velvet Falernum
– Schweppes Gingerbeer

Cherry Bounce: 300gr Sauerkirschen mit 50gr Zucker aufkochen, anschließend mit 0,75l Rémy Martin Sous-Vide garen (50° C, 3 Stunden)

Cola Reduktion: 1l Cola, 5 getrocknete Lorbeerblätter, 5 getrocknete Basilikumblätter, 1 Vanilleschote aufkochen (45 min – 1 Stunde), 3cl Leutezucker zugeben.

3. Platz: Toni Steiger (Mitte, Chemnitz)

 Cocktail: „The Bitter Sweet Miller“
– 5cl Southern Comfort
– 2cl Don Zoilo Williams & Humbert Collection
– Pedro Ximenez Sherry
– 2cl Vanillelikör
– 1 Barlöffel Port Charlotte
– 1 Barlöffel Chivers Olde English Marmelade

Highball: „Orange Creed“
– 4cl Southern Comfort
– 1cl Mandelsirup
– Red Bull Orange Edition

 

Adolo und Athener Bartender – Ouzo in the mix

Von | Bar | Keine Kommentare

Man erkennt nur schwer dass es sich beim neuen Plomari um einen Ouzo handelt. 42 % vol. Alkohol, eine Ausstattung mit Kupfertönen und ein Name, der ungewöhnlich klingt. Adolo wird in kleinen handgefertigten Kupferkesseln 3-fach destilliert, sein Duft ist reichhaltig, sein Aroma vielschichtig. Anis, Mastix und Fenchel spielen ein herrliches Konzert, im Mund ist er reich, einhüllend, samtig, und lang anhaltend.

Eins, zwei, drei…

Wie man Adolo in Athens angesagten Bars trinkt, hat Dionisis Polatos für uns in drei Kategorien zusammengefasst: einen schnell zu produzierenden Longdrink, zwei raffinierte Cocktails und drei einfache Shots.

LONGDRINK

Adolo Fizz

Ein sommerlicher Drink für die lauwarmen Abende mit intensivem Anis-Geschmack. So sprizzt man Ouzo in Athen. Die verwendeten Früchte werden gerne variiert, außerdem kann man das Club Soda durch durch das jeweilige Lieblings-Tonic Water ersetzen. Ein vielseitig abwandelbarer Drink.

– 45 ml Adolo Premium Ouzo
– 15 ml frischer Zitronensaft
– 2 Spritzer Angostura
– Top-up mit Soda

In einem großen Collins-Glas mit viel Eis aufbauen. Mit Basilikumblättern garnieren, dazu rosa Grapefruitkeile und Zitronenzeste geben.

 

COCKTAILS

Big Lebowski in Athens

Die Athener Variante des White Russian mit Adolo, Kaffee Arabica und einem Hauch von Kokosnuss.

– 45 ml Adolo of Plomari
– 35 ml Arabica-Kaffee
– 17,5 ml Kokosmilch

Hardshake & strain in ein Double Old Fashioned Glas mit einer Eiskugel oder einem großen Eiswürfel. Mit Muskatnuss garnieren.

 

 

Salted Garden

Inspiriert vom Last Word, der über den Zitronen-Basilikum-Schaum und Kardamom-Sirup aufgewertet wird, die dem Cocktail seine botanische und erdige Noten verleihen.

– 45 ml Adolo Ouzo
– 7,5 ml Kardamom-Sirup
– 7,5 ml Cointreau
– 7,5 ml weißen Wermut (Noilly Prat)

Umrühren und in einer gekühlten Coupé mit einem halben Rand Meersalz servieren. Zitronenthymianschaum und Basilikum hinzufügen.

Kardamom-Sirup:
In einem kleinen Topf 15 Kardamome drücken und nur 2-3 Minuten erhitzen. 250ml Wasser zugeben, 250 Zucker zugeben und gut verrühren, um ihn aufzulösen. Fine Strain.

Zitronen-Thymian & Basilikumschaum:
7 Basilikumblätter und zwei Barlöffel Thymian für eine halbe Stunde In 150 ml Wasser geben.
Fine Strain. Dann 75 ml Zitronensaft und einen großen Barlöffel Albumin hinzufügen und alle Zutaten für eine Minute in einen Blender geben. Die Mischung in einen Sahnesiphon mit Stickstoff-Kapsel (zum Sahneschäumen) geben und 4-5 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.


SHOTS

Cucumber Shot

Die Begleitung der Gurke wird nochmals aufgepeppt durch die Sojasauce, die ihm eine fröhliche und frische Dimension verleiht. Den vorgekühlten Adolo in ein Shot-Glas geben, dazu eine Scheibe Gurke mit einem Tropfen Sojasauce oder Worcestersauce würzen – fertig!

 

Tomato Shot

Ein Umami-Effekt, nach der Wärme des Alkohols folgt ein angenehmer und geschmeidiger Geschmack durch die Tomate. Schnell serviert: 1 Teil gekühlter Adolo und 1 Teil Tomatensaft, dazu einen Limettenkeil und frischem Pfeffer geben.

Orange & Cinnamon Shot

Die Kombination aus Orange/Zimt und etwas Süßem ist in Griechenland sehr beliebt und erinnert uns an die Kuchen der Großmutter und hausgemachten Süßigkeiten. Den vorgekühlten Adolo in ein Shot-Glas geben, dazu Orangenscheibe mit Zimt reichen. Zuerst trinkt man den Shot und dann schmeckt man die Frische der Orange und die Würze des Zimt.

 


Über ADOLO

Der beste Ouzo aus dem Haus Isidoros Arvanitis (Hersteller von Ouzo of Plomari) kommt von Lesbos, der Urheimat des Ouzo und Anbauort des legendären Anis von Lisvori. Hier baut man auf unternehmenseigenen Feldern kontrolliert Anis und Fechel an. Ein limitierter Ouzo der Spitzenklasse unter 20,00 € mit 42 % vol. Alkohol.

Brad Thomas Parsons / Experte für Bitters & Amaro in den USA über Underberg

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Underberg in Cocktails – wann und wie es begann

Underberg ist mir ein Begriff seit Mitte der 2000er Jahre, als ich in Seattle lebte. Ich glaube mein Freund und Barkeeper Andrew Bohrer hat mich darauf angesprochen. Nicht nur wir beide sind seitdem begeistert was Underberg betrifft, auch Peter Meehan schrieb schon im Jahre 2009 einen Liebesbrief an Underberg in seiner New York Times Kolumne. Ich habe damals an meinem Buch „BITTERS“ gearbeitet, und als ich 2010 nach Brooklyn zog, begann ich auch hier die Entwicklungen zu beobachten, wie zum Beispiel im meinem Prime Meats. Damon Boelte war damals Bar Director, und das alpin-germanisch geprägte Restaurant in New York City war ein idealer Startpunkt für Underberg. Sein „Alpine Sour“ (in meinem Buch „AMARO“ enthalten) war der erste Gebrauch von Underberg, dem ich persönlich begegnete. Ein geshakter Drink mit Deutschem Brandy, Orgeat, Zitronensaft und einem ganzen Underberg.

Es war ein paar Jahre später, als ich zum ersten Mal Underberg als Zutat und Garnish sah (und einige Leute, die ich kenne, sagen, es war der erste dokumentierte Fall – seit es auf der Speisekarte abgedruckt wurde). Barkeeper Garret Richard war Gastgeber eines Tiki-Takeover bei Prime Meats, und servierte einen Frozen Slush namens „Ice-Berg“ (ebenfalls in meinem Buch AMARO enthalten), das aus Reposado-Tequila, Orgeat, Zitronensaft und Underberg hergestellt wurde. Die leere Flasche wurde dann als Deko hinzugefügt und in das gefrorene Getränk getaucht, wie in einem Mexican Bulldog im Cabo-Stil.

Seitdem habe auch ich die Underberg-Flasche als Garnish für Getränke gesehen, meist für Frozen- oder Tiki-Drinks. In Denver gibt es sogar eine Pizzeria namens Cart-Driver, die Underberg in und als Beilage zu ihrem Softeis verwendet.


Als Cocktailbitter in Bars und pur

Underberg hat ein so einzigartiges, ausgeprägtes und angenehm aggressives Geschmacksprofil, und wird in den Staaten in den meisten Fällen wie Cocktailbitters behandelt. Man kann ihn in einem Lebensmittelgeschäft oder Markt kaufen, anstatt in einem Schnapsladen, und man muss auch nicht 21 Jahre alt sein, um ihn zu kaufen. Im Gegensatz zu Cocktailbitters wird Underberg nicht ausschließlich als Aromastoff verwendet, sondern auch pur und als Shot konsumiert.


Schnell und effizient

Neben dem traditionellen Underberg-Serve in vielen Restaurants und Bars, in denen die Flasche mit dem Underberg Stilglas serviert wird, wird mehr und mehr einfach aus der Flasche getrunken. Bei Prime Meats haben sie die „Prime Meats Method“ eingeführt, bei der Underberg mit einem kleinen Cocktail-Strohhalm präsentiert und in einem Zug getrunken wird. Schnell, effizient und keine Gläser zu spülen. Dies ist auch meine bevorzugte Servierart geworden. Außerdem habe ich Bars gesehen, die Underberg „chilled“ oder „cellar temp“ servieren, oder sogar mit einem Eiswürfel, der um den Boden der Flasche gefroren ist.


They love it

In den Staaten wächst die Begeisterung der Bars für Underberg spürbar, man sammelt Verschlusskappen und löst diese für Prämien ein. Der Underberg-Gurt ist ein beliebtes Deko-Tool. In Edmund’s Oast in Charleston, South Carolina, gossen sie Hunderte von Flaschen Underberg in ein altes Whiskeyfass, um den Inhalt neu zu lagern, dann, nachdem sie ihn geleert hatten, füllten sie diese wieder ab und benutzten dann das Underberg/Whiskeyfass, um einen kaiserlichen Stout namens Pub Lurker Fass zu lagern, den sie als „Underlurker“ umtauften. Und ich werde ständig auf Social Media getaggt und gefragt: „Hey, I’m in Dallas, where can I get my Underberg fix“?

http://btparsons.com/bitters/

https://www.amazon.de/Bitters-Spirited-Cure-All-Cocktails-Formulas/dp/1580083595

http://btparsons.com/amaro/

https://www.amazon.de/Amaro-Spirited-Bittersweet-Liqueurs-Cocktails/dp/1607747480

Martin, die Divas und der Milk Punch

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Martin Brunner hat ganz klein angefangen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn schon im Alter von 12 Jahren half er im elterlichen Betrieb mit. Er zählt jetzt 47 Lenze und blickt auf 35 Jahre Gastro zurück, davon 17 Jahre für die Bar des Kölner Savoy Hotels. Sein internationales Team arbeitet seit Jahren zusammen und besteht mit Björn Joist, Juri Bagherzadeh und Niclas Cammann aus drei festen Bartendern. Der Schwerpunkt der Barmannschaft liegt auf Signatures, eigenkreiert und -produziert. Momentan läuft im Savoy selbstverständlich Gin, wie die letzten Jahre schon, so Brunner. „Wir arbeiten dennoch sehr ausgewogen“, sagt Brunner. Die Verhältnismäßigkeiten zwischen den Spirituosenkategorien sind im Savoy wichtig, um dem Gast den richtigen Service zu bieten. Zu den Gästen des Savoys gehören Kölner Barflys, genauso wie bekannte Gesichter aus Film, Funk und Fernsehen. Rund 70% der Drinks, die über den auf Hochglanz-polierten Tresen gehen, sind Signature-Cocktails.

 

Auf die Frage, wie er reagiert hat, als er das erste Mal einen Asbach 8 in den Händen hielt, antwortet er: „Was ist das? Ich kenne natürlich Asbach Uralt, bekannt vom Longdrinklassiker Asbach-Cola. Das war mein erster Gedanke. Der zweite war: Asbach hat außergewöhnliche Qualitäten, da macht es Sinn, diese Traditionsmarke entsprechend zu nutzen und mit attraktiven Varianten in der Bar zu aktivieren. Darüberhinaus ist Asbach eine deutsche Marke, und ich arbeite gerne mit Produkten, die eine regionale Geschichte zu erzählen haben. Unsere Gäste fragen regelmäßig danach. Das Thema Regionalität ist für mich top-of-mind, dies fließt natürlich auch in die Bar mit ein. Und ich wollte etwas vollkommen Neues mit Asbach entwickeln.

Das führt uns zum „Milk Punch“. Martin Brunner erklärt: „Asbach ist ein über 125 Jahres altes Traditionsunternehmen und betreibt in Deutschland mit dem wohl größten Fasslager einen immensen Aufwand für seine hochwertigen, gelagerten Brände. Allerdings ist das dem Gast schwierig modern zu präsentieren. Was wir versuchen wollen, ist die Qualität in seiner DNA darzustellen. Dazu haben wir uns einer sehr alten Technik bedient, die schon weit über 100 Jahre existiert.“

Die Geschichte des Milk Punch beruht auf der Klärung durch Milch. Vor hundert Jahren wandte man diese Technik an, um mangelnde Kühlung auszugleichen oder astringierende Bestandteile aus Spirituosen zu entfernen, um sie sie runder, weicher und bekömmlicher zu machen. Der heutige Qualitätsstandard macht beide Gründe überflüssig, dennoch wird die Technik heute aus anderen Gründen wieder sehr interessant; Thema Prebatching. Vorbereiten, lagern und im laufenden Betrieb einfach einsetzen – das sind Vorteile im modernen Bartending, selbst für Premium-Bars, wenn die Zutaten richtig ausgewählt sind.

Und was passiert beim Klären mit Milch? Simpel erläutert: die Milch flockt aus, wenn sie mit Säure in Verbindung kommt. Diese ausgeflockte Milch wirkt als Filtermedium.

Als Equipment reicht ein handelsübliches Sieb oder ein Kaffeefilter. Der große Aufwand besteht in der Filtration, die 11 – 12 Stunden Wirkzeit benötigt.

Martin Brunner: „Man kann sich das vorstellen wie ein Schwamm, der alles aufsaugt, was in dem Moment nicht für diesen Drink erwünscht ist. Das ist die grobe Herangehensweise.“ Im Fall des Asbach Milk Punch ist der Drink leicht, klar, frisch und beschwingt. Ein transparenter Drink, der aber immer noch den Geschmack des Asbachs in sich trägt. Er hat keine Schwere und sein Erscheinungsbild ist komplett abstrahiert von dem, was man eigentlich erwartet.

Die Gäste reagieren sehr überrascht. Erwarteten sie, gelernt von Cognac oder Weinbrand-Drinks, eine bedeutungsschwangere, intensive Spirituose, so tist das Erlebnis im Gals das genaue Gegenteil. Im Geschmack leicht, hat der Drink dennoch genug Kraft und überzeugt mit dem Geschmack von Asbach 8. Für alle Asbach-Fans eine Wiederentdeckung, für alle anderen ist es eine Aromenreise mit Entdeckertum. Es wurden Wetten mit den Gästen abgeschlossen: wenn sie erraten, welche Basisspirituose dem Drink zugrunde liegt, könnten sie einen ganzen Abend frei trinken, versprach man. Bis heute hat das allerdings noch niemand geschafft, sagt Brunner.

Im Drink werden neben der Milchklärung noch Orangensaft, Zitronensaft und Oleo Saccharum verarbeitet. Zu letzterem nimmt man handelsüblichen Zucker und fügt Orangen- und Zitronenzesten, welche von der weißen Schale befreit sind, mit dazu und vakuumiert sie. Der Zucker entzieht dann den Schalen die ätherischen Öle, und man erhält ein vollkommen natürliches und sehr hochwertiges Süßungsmittel.

Serviert wird der Milk Punch im Tumbler mit großen Eiskugeln und mit einer Orangenzeste, um die Nase auf den köstlichen Drink vorzubereiten. Brunner schwört auf die Orangen als Zestengeber, sie sind für ihn viel angenehmer im Drink ist als die klassische Zitrone.

Und nein, ein Milk Punch ist kein Milkshake. Die Milch als solches ist nicht greifbar für das Auge und im Drink selbst nicht mehr zu erkennen. Die 8 cl Reise in die Welt des Milk Punch erlebt man für 12,50 €. Leicht, frisch und spritzig. Cheers!

Deanston 2008 Red Wine Cask

Von | Whiskey | Keine Kommentare

Die Wandlung einer Baumwollspinnerei in eine Distillerie und die eigene Stromgewinnung aus dem Fluss Teith war nur der Beginn.

Traditionen zu verändern und neue Wege zu beschreiten hat sich die Deanston Distillery zur Lebensaufgabe gemacht.

Als man nun ein paar hervorragende Rotweinfässer in Bordeaux fand, überlegte man sich, was wohl passieren würde, wenn man den Whisky vom ersten Tag an in diesen Fässern reifen lassen würde. Das Experiment hat sich gelohnt!

Jedes Jahr wurde der entstehende Whisky getestet und nach 9 Jahren ist es nun die erste Abfüllung, welche diesen besonderen Deanston Single Malt mit einen reichhaltigen und intensiven Geschmack und einem einzigartigen Abgang liefert.

Handgemacht und gereift in Rotweinfässern seit 2008, entstand ein charakterstarker, intensiv schmeckender Single Malt mit einer reichhaltigen Farbe.

Farbe: intensiv Gold

Nase: Honig, Karamell, Süßer Malz und Rotwein mit einer Spur von Zitrone und Gewürzen.

Geschmack: Toffee, Honig, Malz & reichhaltige süße Trauben, mit Noten von dunkler Chilli-Schokolade

Finish: anhaltend fruchtig & subtile Gewürze

Natürliche Farbe         Un-Chillfiltered        58.7% vol          UVP 59,99 €

Unicum und die Zwetschke. Ein Mixaufruf.

Von | Kräuter | Keine Kommentare

In unserem Blogbeitrag möchten wir die Frage aufgreifen; „ Was macht eigentlich den Unterschied zwischen dem Klassiker Unicum und dem Newcomer Unicum Zwetschge genau aus?“

Ein Blick hinter die Kulissen des Herstellers Zwack Unicum.

Unicum

Am 22. Mai 1883 wurde der Kräuterlikör Unicum offiziell unter der Nummer 805-071 registriert und patentiert. Seit Beginn wurde Unicum übrigens mit einem roten Kreuz als Markenzeichen verkauft, bis man 1922 zu Gold wechselte.

Kein Geringerer als der Leibarzt am österreichisch-ungarischen Hofe, Joseph Zwack, war es, der auf Wunsch seiner Majestät Ende des 18. Jahrhunderts einen bitteren Kräuterlikör als Medizin gegen eine Krankheit komponierte. „Das ist ein Unicum!“, rief der Kaiser begeistert aus, als er das Elixier zum ersten Mal kostete. Dieser Ausspruch von Joseph II., Kaiser von Österreich und König der Ungarn, um das Jahr 1790 markiert den Beginn einer außergewöhnlichen Spirituosen- und Marken-Karriere. Die wohltuende Wirkung des Likörs war bald auch außerhalb des königlichen Hofes bekannt. Unicum avancierte zu einem der beliebtesten Getränke des Königreichs – in Ungarn sogar zum Nationalgetränk.

Unicum Zwetschke

Eine einzigartige Verbindung der Traditionen

Unicum Zwetschke vereint jahrhundertealte ungarische Traditionen in sich. Die Basis bildet der Kräuterlikör Unicum, der seit 1790 nach unveränderter Rezeptur hergestellt wird und in Ungarn als Nationalgetränk gilt. Unter Verwendung von hochwertigem ungarischem Maisbrand wird ein Teil der Kräuter mazeriert, ein anderer Teil destilliert. Nach etwa 30 Tagen werden Destillat und Mazerat sorgfältig miteinander vermischt und anschließend in Eichenholzfässern gelagert, wo sie mindestens 6 Monate reifen.

Damit es schließlich ein Unicum Zwetschke wird, reift der fertige, bereits gelagerte Unicum nochmals mehrere Monate auf gedörrten Zwetschken in Eichenholzfässern. So entsteht ein völlig neues Geschmackserlebnis. Durch die gedörrten Zwetschken erhält der Kräuterlikör nicht nur seine fruchtige Note, sondern auch eine angenehm ausgewogene Süße. Das aufwendige Produktionsverfahren verleiht ihm seine unverwechselbare Harmonie und Geschmeidigkeit. Im Gegensatz zu einem klassischen Unicum ist der Unicum Zwetschke ein wahrer Allrounder, als Shot wie auch zum Mixen geeignet, wie die nachfolgenden Rezepte zeigen…

Zwetschken-Negroni

– 2 cl Unicum Zwetschke
– 3 cl Belsazar Vermouth
– 2 cl Luxardo Bitter
– 2 Drops Fee Brother Pflaumenbitter
– Zubereitung im Rührglas. Im Tumbler servieren

„Budajito”

Savoy, Juri Bagherzadeh, Diva’s Bar im Hotel Savoy, Köln
– 5 cl Unicum Zwetschke
– Limette
– Weißer Rohrzucker
– Minze
– 4 cl Guavenpüree
– 2 cl Hausgemachter Rotwein-Portwein-Sirup

Budapest Mule

– 4 cl Unicum Zwetschke
– 4 Limettenscheiben
– Fill-up mit Ginger Beer
– Deko: Orangenscheibe und Zimtstange

Zwack & Soda

– 4 cl Unicum Zwetschke
– 2 cl Frischer Zitronensaft
– 1,5 cl Rimerschmid Bar-Sirup Rohrzucker
– 2-2 Orangen und/oder Zitronenzeste
– Fill-up mit Soda
– Deko: Gurkenspirale & Zitronenzeste

Rezeptaufruf:

TeamSpirit sucht neue Rezepte von Barprofis für 2019. Mitmachen? Musterware benötigt? Kurze Email an anmeldung@teamspirit.de mit dem Stichwort: „UNICUMmixbar”

Barkeeper in Budapest – EinBlick hinter die Kulissen von Zwack

Von | Kräuter | Keine Kommentare

Der TeamSpirit Kräuterzirkel reiste mit Barkeepern und Fachhandelskunden nach Budapest, um Einblicke in die abenteuerliche Vergangenheit der Marke und die ungarische Geschichte zu bekommen und die einzigartige Destillerie inmitten der Stadt zu besuchen. Besonders beeidruckend waren für die Gäste die persönlichen Exponate aus dem bewegten Leben der Familie Zwack und die Führung durch den Keller mit einer Fläche von weit über 2.000 m2.

Neben anerkannten Kräuterexperten und Barprofis wie dem Münchner Kristijan Krolo (Loretta Bar) waren auch junge Barkeeper dabei, die wissensdurstig in Ungarn landeten, von sechs verschiedenen Flughäfen der Republik. TeamSpirit hatte keinen Aufwand gescheut, um die Marke Unicum, die in Budapest aus über 40 Kräutern hergestellt wird, in das Herz der Gäste gelangen zu lassen.

Juri Bagherzadeh, Savoy Hotel Köln: „Die ganze Reise war von Anfang bis Ende toll. Besonders beeindruckend waren die vielen Miniaturen in der Unicum Ausstellung. Sehr speziell finde ich, dass Unicum immer noch mitten in Budapest produziert wird.“

Zwack Unicum war Pionier, denn das Unternehmen war eines der ersten Unternehmen in Ungarn, das Getränke nicht aus Essenzen, sondern aus den echten Rohstoffen, wie zum Beispiel Kräutern, herstellte. Das was die Besucher auf Ihrer Reise erlebten und lernten, war selbst für ungarische Barkeeper in Deutschland noch neu und aufregend.

Milan Tóth, Oyster Bar im Steigenberger Zingst:

„Seit 3 Jahren bin ich mit meiner Freundin in Deutschland an verschiedenen Orten und Gastronomieobjekten tätig gewesen. Seit nun einem Jahr habe ich in Zingst auf dem wunderschönen Darss im Steigenberger Hotel meine neue Heimat in der Qysterbar gefunden und durch meinen Barchef Roland Salute die Begeisterung für das Arbeiten an der Bar entdeckt. Als Ungar habe ich natürlich eine sehr große Begeisterung für unser Nationalgetränk. In unserer Bar haben wir Unicum und die Zwetschke im Sortiment, die Nachfrage danach war bisher leider begrenzt. Als ich die Gelegenheit bekam zusammen mit TeamSpirit Unicum in Budapest zu besuchen habe ich das mit einem Urlaub in meiner Heimat verbunden. Ich war begeistert welche Vielzahl an exotischen Gewürzen und Kräuter Verwendung finden um einen Unicum zu einem Unicum zu machen, auch wenn es geheim bleibt welche Gewürze, Kräuter und Wurzeln man exakt verwendet. Den langen und komplizierten Herstellungsprozess zu kennen macht es mir viel leichter die Produkte zu empfehlen.“

Ein besonderer AHA-Effekt war für die Teilnehmer der Unterschied zwischen Unicum und Unicum Zwetschke, der nur von einer weiteren Lagerung des klassischen Unicum’s auf gedörrten Zwetschken in Eichenholzfässern entsteht. Das Ergebnis ist verblüffend, denn aus dem typischen Bitter entsteht – völlig ohne Zugabe von Zucker, nur die die Lagerung auf der Zwetschke – ein wahrer Allrounder, der man sowohl als Shot wie auch als Mixer in der Bar einen Platz verdient hat. Carsten Moller ( Bar Manager) & Savvas Koumantzias (Bartender) aus der Capella Bar Düsseldorf waren begeistert.

Carsten Möller, Bar Manager der Capella Bar im Breidenbacher Hof, Düsseldorf:

„Unicum war noch nie so sehr für mich im Focus als Spirituose, weder pur noch als Mixer. Allerdings muss ich sagen das sich mit den Unicum Szilva (Pflaume ) ein schönes Produkt auf den Markt ist, mit welchen wir als Barkeeper gut in Drinks arbeiten können. Das Produkt hat auch bei uns in der Bar einen Platz verdient“

Die Capella-Bar im Breidenbacher Hof Düsseldorf war übrigens der Austragungsort für den ersten TeamSpirit Kräuterzirkel-Event im Jahre 2005.

Und so wie man sich denken kann, die Reise in Budapest endete in einer Bar. Die Boutiq Bar , Paulay Ede u. 5, in Budapest bildete den nächtlichen Abschluss des Programms von TeamSpirit. Einen letzten „Zwack & Rose“, bitte. Oder doch lieber einen „POSITIVE DRINKING?“. Der wird übrigens mit Earl Grey Tea, Salz und einem Stressball im Porzellanservice kredenz. Muss man unbedingt probieren wenn man in Budapest ist…