Octomore und die magische Acht aus Islay

Von 13. August 2017Whiskey

Wir haben das Geheimnis gelüftet. Glauben wir. Bei einem Glas Bruichladdich. Zwei. Drei…. Ein Anlayseversuch. Er begann für uns mit der Frage;  „was hat die Acht der Masterclass Edition zu bedeuten?“


Die Symbolik der Acht

Das ursprüng­liche Brahmizeichen für die Acht sah aus wie eine nach links oben führende Stufe. In der weiteren Entwicklung ähnelte es zunächst der 5 und dem Buchstaben S. Die Araber im Maghreb verbanden mit der Ghubar-Schrift die Enden und schufen so die Grundlage für die neue , moderne. In den meisten Schriftfonts und Handschriften ist die obere Schlinge der Ziffer kleiner als die untere ausgeformt. In der christlichen Zahlensymbolik des Mittelalters galt die Acht als die Zahl des glücklichen Anfangs, der Neugeburt, des Neubeginns, der geistigen Wiedergeburt, der Taufe und der Auferstehung, Symbol des Neuen Bundes und Symbol des Glücks. Der Buddhismus hat weniger aber nicht weniger gute Interpretationen, denn der achtfache Pfad aus Samsara führt heraus zur Befreiung. Sein Symbol ist das Dharmachakra, ein achtspeichiges Rad. Und in Terry Pratchetts (Fantasy-)Scheibenwelt stellt die Acht die Zahl der Magie dar. Sie darf nie von einem Zauberer laut ausgesprochen werden.

Das griechische Wort für acht, ὀκτώ (októ), findet sich übrigens bis heute in Fremdwörtern wie Oktogon oder Oktopus wieder, und der lateinische Ausdruck octo mit der Ordnungszahl octavus (der achte) findet sich in Fremdwörtern wie Oktett (Ensemble), und auch dem Oktober (ursp. der 8. Monat). Aha, die Acht kommt im Oktober, Professor Langdon!?! Checkung?

Was kam bzw. war vor der Acht? Und was steht hinter dem Punkt?

Den Octomore-Code kann man auch lesen und verstehen wenn man nicht Robert heißst und in der Lage ist den DaVinci-Code zu entschlüsseln. Der Octomore-Code besteht immer aus einer Zahl vor und nach dem Komma. Fangen wir mal hinten an um das System zu erklären…


Code x.1 – also die 1 – zeigt immer das Verwenden von 100 % schottischer Gerste.

Codw x.2 bedeutet Du warst, bist, kaufst im Duty Free bzw. neumodisch Travel Retail, denn x.2 Abfüllungen sind nur dort erhältlich und immer ein Fassexperiment.

Code x.3 bedeutet Du hast 100% Islay Gerste im Glas bzw. in der Flasche.


Code x.4 bedeutet VIRGIN OAK.

Also, gar nicht so kompliziert, oder?


Und davor?

Nun zur Zahl vor dem Punkt…. Diese bezeichnet die Abfüllserie. Octomore ist bekannt für seine superstarkgetorften Islay Single Malts. Ja. Aber für uns ist Octomore mehr als Torf und die verrückte Frage wie viele ppm’s kann man wohl mit Hilfe guter Mälzer in eine Flasche Single Malt stecken. Vor fünfzehn Jahren war das eine freaky idea und echte Pionierarbeit. Die ersten Versuche wurden ausschließlich in kleinen Chargen abgefüllt – manche mit Namen, andere nur mit einer Ziffer versehen – um die einzelnen Batches voneinander zu unterscheiden.


Wenn auch der Inhalt sehr unterschiedlich war, so war die Form der Octomore-Flasche von Anfang an dieselbe, ein Design, das es in dieser Art bisher nur bei Premium Olivenölen von designverliebten Italienern gegeben hatte. Mit den Jahren entstand eine ausgesprochen vielseitige Octomore-Kollektion von unterschiedlicher Stilistik und Kreativität. Auch war Octomore einer der ersten Single Malts, der das klassische Gefüge aus Reifezeit und Qualität über den Haufen warf und voller Selbstbewusstsein bereits nach 5 Jahren einen herausragenden Whisky voller Tiefe und dichter Aromatik abfüllte. Mit veralteten Regeln zu brechen und neue, gerne auch unerwartete Wege für mehr Geschmack und Qualität zu gehen, ist der Kern der Philosophie der Progressive Hebridean Distillers, wie sich die Jungs von Bruichladdich selber nennen. Nichts sollte so bleiben wie es war…

Heute, fünfzehn Jahre später, ist man bei der Abfüllung der achten Octomore Edition. Also 8.x. Here we are..  Und da der Name „Octomore“ auf der Zahl „8“ basiert, war dies auch der perfekte Moment, für Head Distiller Adam Hannett eine einzigartige Masterclass aus vier neuen Octomores zusammenzustellen, die wir nachfolgend vorstellen möchten:


Octomore MASTERCLASS_08.1 

Erntejahr 2007

Destilliert 2008

8 Jahre alt

Zu 100% auf der Insel Islay gereift

100% Reifung in amerikanischen first-fill Eichenfässern

167PPM

59,3% vol.

UVP 130€


Octomore MASTERCLASS_08.2

Erntejahr 2007

Destilliert 2008

Sechs Jahre separate Reifung im französischen 2nd fill Sauternes- und Mourvedrefass sowie im österreichischen Süßweinfass. Anschließende Vermählung. Danach zwei Jahre ACE (Additional Cask Enhancement) in italienischen first fill Amaronefässern

8 Jahre alt

Zu 100% auf der Insel Islay gereift

167PPM / 58,4% vol.

TRAVEL RETAIL ONLY


Octomore MASTERCLASS_08.3 – Islay Barley

Erntejahr 2010

Destilliert in 2011
Octomore of Octomore, Single farm, single field, single vintage.

56% ex-Bourbon (full-term amerikanische Eiche)

44% europäische Eiche (full-term ex-Pauillac, Ventoux, Rhône und Burgund)

5 Jahre alt – Zu 100% auf der Insel Islay gereift

309PPM

61,2% vol.

UVP 180€



Octomore MASTERCLASS_08.4 – Virgin oak

Erntejahr 2008

Destilliert in 2009
20% first fill Virgin Oak Fässer

80% first fill ex-Bourbon Fässer, ACE in 2nd fill Virgin Oak der französischen Tonnellerie Radoux

8 Jahre alt
Zu 100% auf der Insel Islay gereift

170PPM

58,7% vol.

UVP 165€


Ein Torfkopp, wer singulär denkt

Fazit: Es gehr nicht nur um Torf. Denn der Octomore 7.1 hatte 208ppm, der 08.1 ca. 20% weniger. Jeder der sagt Octomore wird immer stärker sollte erst mal nachlesen. Und vor allem probieren.

Ein Kommentar

  • Udo Wagler sagt:

    Vielen Dank für die gute Erläuterung der Octomore Systematik. Top!
    Ich habe gestern den 10.4 verkostet. Nach nur 3 Jahren im Fass eine unglaubliche Reife mit sehr rundem Rauchgefühl. Sehr gut und außergewöhnlich!

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